Tag der Menschenrechte
Brief an Entscheidungsträger:innen in Staat und Gesellschaft zum Tag der Menschenrechte am 6. 12. 2023
20. 6. 2023 Wortbruch der Deutschen Bischofskonferenz
Offener Brief
"Wir von Maria 2.0 sind wieder einmal darin bestätigt worden, dass es den deutschen Klerikern an demokratischem Verständniss fehlt.
Da wird über mehr als 2 Jahre im Rahmen des Synodalen Weges etwas Ähnliches wie Demokratie geübt. Wenn es aber um die Vorbereitung der weiteren Umsetzung der gefassten Beschlüsse geht, machen die wenigen Reformgegner von ihrem Veto-Recht. Gebrauch. Es ist Wortbruch auf ganzer Linie wenn..."
Unsere Aufforderung zum Handeln!
Wenn kirchliches Handeln sich an den Schwächsten ausrichtet, dann müssen die Anliegen und Bedürfnisse Betroffener in den Mittelpunkt des Denkens rücken...
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Offener Brief an die Bischofskonferenz 21. 8. 2022
Sehr geehrte Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz,
die Berichterstattung der vergangenen Tage über die Vorgänge im Bistum Köln geben uns, der Bewegung Maria 2.0 Deutschland, Anlass, uns an Sie zu wenden.
„Köln“ ist für viele engagierte Christinnen und Christen zum Synonym für das Versagen der katholischen Kirche in Deutschland geworden, ein Synonym für Machtmissbrauch, Täuschung und ein Kleben am Amt, ein Synonym, für das sich Christinnen und Christen der Basis nicht einmal mehr schämen, sondern sich nur noch abgrenzen und auf Opposition gehen wollen.
Eine Entschuldigung verbunden mit einer finanziellen Unterstützung, eine Zusage für mehr Prävention verbunden mit kirchlichem Verwaltungsumbau erreicht die Gläubigen nicht mehr.
Die Situation in „Köln“ und das breite Schweigen des Klerus zu diesen Vorgängen vernichtet aktuell deutschlandweit alle Hoffnung auf Erneuerung.
Dazu kommt die befremdliche Position des Vatikans zu den Vorgängen in Köln. So liegt laut Aussagen des Bistums Köln zwar das Rücktrittsangebot von Rainer Maria Woelki seit Anfang März beim Papst vor, der große Druck erschwere aber die Entscheidung, so der Papst. ...
Maria 2.0 begrüßt die klare Position der ZdK-Präsidentin zur Schwangerschaftskonfliktberatung
22. Juli 2022
- Bekundung der Solidarität mit den Ausführungen von Irme Stetter-Karp in der ZEIT vom 14.7.22
- Beratung, die sich in der Praxis bewährt hat, darf nicht angetastet werden
- ergebnisoffene Beratung ist die beste Möglichkeit, Frauen zu unterstützen und Leben zu schützen
- das ist nicht immer möglich, deshalb unterstützt Maria 2.0 die Forderung, dass ein geregelter medizinischer Eingriff eines Schwangerschaftsabbruchs für alle Frauen flächendeckend sichergestellt sein muss
- Wir von Maria 2.0 möchten Sie ermutigen und bitten, sich von jedweden Provokationen diesbezüglich nicht irritieren zu lassen, sondern weiter mutig Ihren Weg zu gehen. Maria 2.0 wird sie dabei mit all unseren Möglichkeiten unterstützen und zur Seite stehen. Mit freundlichem Gruß Maria 2.0
Sie wollen es genau wissen? Dann laden Sie den offenen Brief hier herunter...
Der Vatikan als „Anonymisierer“ –
Wer trägt die Verantwortung für die katholische Kirche?
PRESSEMITTEILUNG
22. Juli 2022
Maria 2.0 stellt sich uneingeschränkt hinter die gemeinsame Erklärung des Präsidiums des Synodalen Wegs zu anonymen schriftlichen Äußerungen aus Rom.
- Freude über die Aufmerksamkeit des Vatikans für den deutschen Synodalen Weg
- allen ist bewusst, dass die Ergebnisse nicht automatisch Gültigkeit für die Weltkirche erlangen
- wer ist dieser „Vatikan“, der eine anonymisierte öffentliche Mitteilung absendet?
- wer kann in „in Rom“ für sich in Anspruch nehmen von Moral zu sprechen angesichts von Machtmissbrauch, dubiosen Finanztransaktionen und sexuellem Missbrauch?
- Gegenspieler*in des Guten ist oft nicht das Böse und Grausame, sondern Gleichgültigkeit und Ignoranz
- wie soll es bei der wiederholt offensichtlich gewordenen Gesprächsverweigerung des Heiligen Stuhls zu einer fruchtbaren Synodalität auf Ebene der Weltkirche kommen?
- mit diesem Verhalten leistet der Vatikan dem Zerfall/ der Spaltung der katholischen Kirche in Deutschland Vorschub. In Australien, Frankreich, Spanien und anderen Teilen der Welt stellt sich die gleiche Problematik.
Sie wollen es genau wissen? Dann laden Sie den offenen Brief hier herunter...
Unser neuer Flyer
(Vorderseite und Rückseite) -
Bitte großzügig ausdrucken und verteilen
Solidarität mit Maria 2.0
In Verbundenheit mit unseren katholischen Geschwistern unterstützen wir als Ev.-Luth. Frauenwerk Hamburg West/Südholstein die Bewegung Maria 2.0 und ihre Forderungen nach Geschlechtergerechtigkeit und Kirchenreform.
Die Graswurzelbewegung Maria 2.0 ist durch das Erschrecken über das Ausmaß sexualisierter Gewalt entstanden. Maria 2.0 kämpft für notwendige Reformen in der katholischen Kirche, um dem Missbrauch entgegen zu treten und bestehende Machtstrukturen zu verändern.
Sieben Thesen (https://thesen-maria-2-0.jimdosite.com/) wurden veröffentlicht, welche konkrete Forderungen an die deutschen Bischöfe und die römische Kirchenleitung stellen.
Wir fühlen uns verbunden mit der Bewegung und sprechen unsere Solidarität mit Maria 2.0 aus.
Die Thesen fordern auch uns dazu auf nie müde zu werden, gegen Ungerechtigkeit anzukämpfen und aktiv zu sein. Probleme müssen klar benannt, Machtstrukturen stetig kritisch beleuchtet und Machtmissbrauch überwunden werden.
Uns vereint der Kampf für eine (geschlechter-) gerechte Kirche und Gesellschaft.
Wir stehen als Christ*innen an der Seite von Maria 2.0.
https://maria2.0deutschland.de/
https://www.maria20hamburg.de/
#ChangeInChurch - unsere Aktion
vor dem Mariendom am 6. 3. 2022
Nach einer Begrüßung und der Bekanntmachung unserer Anliegen hatten wir
intensive Gespräche in Kleingruppen zu der Frage: "Wie erlebe ich die Veränderung in der Kirche"
und auch unsere schriftliche Frage: "Meine Kirche ist gut für die Menschen, wenn..." wurde
von vielen Menschen beantwortet.
Mit Friedensgebet und Fürbitten bekundeten wir unsere Solidarität mit den Menschen in der Ukraine.
"Meine Kirche ist gut für die Menschen, wenn… " (einige Statements von Teilnemer:innen )
- alle ehrlich und rücksichtsvoll zueinander sind.
- sie für alle frei zugänglich ist und alle gleich behandelt werden.
- sie uns Menschen, ob Frau oder Mann, ernst nimmt.
- Frauen dieselben Tätigkeiten machen wie Männer – zum Beispiel Ämter usw.
- Diversität gelebt wird – herzlich Willkommen !
- sie sich um die wirklichen Probleme der Menschen kümmert.
- sie die Menschenrechte achtet.
- wir uns alle willkommen fühlen.
- Frauen alle Aufgaben und Ämter in der katholischen Kirche bekleiden werden. Gott hat uns als Menschen geschaffen. Die Menschenrechte müssen auch in der katholischen Kirche gelten! Zölibat nicht als Zwang (Petrus hatte eine Schwiegermutter).
- der Klerikalismus endet, Zölibat freiwillig wird, Frauen ins Amt dürfen.
- sie Menschen auf allen Ebenen auch im Gottesdienst gleichermaßen erreicht, ohne mit theoretischer Kirche zu „glänzen“ .
- alle zusammen halten.
- sie wieder zu einer wichtigen Stimme in unserer Gesellschaft wird und von dieser ernst genommen werden kann.
- die Texte verständlich sind in unserer Sprache, Schuld nicht mehr so oft erwähnt wird (niemand will ein schlechtes Gewissen haben.
- wenn sie offen ist für ALLE Menschen.
- jeder so sein darf, wie er ist. Jesus hat uns eine Kirche, ein Leben vorgelebt, das nicht so kleinlich ist wie unsere Amtskirche es uns zeigt. Ich kann nicht an einen Gott glauben, der so kleinlich ist !
Lesen Sie das Manifest weiter unter www.outinchurch.de
Liebe Marias*,
Ab heute (24. 1. 2022) werden sich unter dem Hashtag #OutInChurch 125 LGBTIQ+ Personen die hauptberuflich (und zum Teil ehrenamtlich) in der kath. Kirche engagiert sind, gemeinsam an die Öffentlichkeit wenden. Diese Initiative unterstützen wir von Maria 2.0.
Für viele der Beteiligten ist hiermit ihr Coming-out verbunden.
Auf der Homepage besteht die Möglichkeit, diese Initiative mit einer persönlichen Unterschrift zu unterstützen:
www.outinchurch.de
Am 24. 1. 2022 wird in der ARD um 20:30 Uhr (nach einem ARD Extra) der Film dazu gezeigt:
"Wie Gott uns schuf".
Er ist in der Mediathek verfügbar. (https://www.rbb-online.de/unternehmen/presse/presseinformationen/programm/2022/01/rbb-ARD-katholische-kirche-presse-wie-gott-uns-schuf.html). In dem Film werden 100 Personen vorgestellt - einige etwas ausführlicher. Mit jeder Person wurde ein Einzelinterview geführt.
Zusammenschnitte dieser Interviews werden ebenfalls in der ARD Mediathek verfügbar sein.
mit herzlichen Grüßen
Eva-Maria Schmitz
Stellungnahme von Maria 2.0
zum Münchner Missbrauchsgutachten
Das am 20. Januar 2022 veröffentlichte Gutachten über sexuellen Missbrauch im Bereich der Erzdiözese München und Freising wurde sowohl von den Gutachter*innen als auch von der Öffentlichkeit als eine „Bilanz des Schreckens“ und eine „Bankrotterklärung“ für die kirchliche Missbrauchsaufarbeitung wahrgenommen. Es erschüttert die Glaubwürdigkeit des Klerus in ihren Grundfesten.
Dieses Gutachten darf für die Erzdiözese München und Freising, aber auch für die katholische Kirche insgesamt, nicht ohne Folgen bleiben.
Insbesondere das Versagen von Joseph Ratzinger, dem ehemaligen Erzbischof von München und Freising, langjährigen Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre und Papst bzw. emeritiertem Papst, erscheint auf der Grundlage des Gutachtens noch fataler als zuvor. In seiner im Gutachten dokumentierten Stellungnahme zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen hat Joseph Ratzinger sexuellen Missbrauch Minderjähriger auf geradezu dreiste Weise verharmlost. Unverzeihlich ist, was in seiner Amtszeit als Erzbischof (nicht) geschah. Mit seiner unerträglichen Umdeutung von missbräuchlichen Handlungen vergreift er sich – jetzt persönlich – an den Betroffenen und macht sie erneut zu Opfern. Wir erwarten, dass Joseph Ratzinger in Anbetracht dessen auf die Verwendung seines päpstlichen Namens sowie seiner damit verbundenen Titel und Insignien verzichtet.
Wir fordern alle Verantwortungsträger des Erzbistums München und Freising, denen im Gutachten Fehlverhalten in Bezug auf sexuellen Missbrauch nachgewiesen wurde, auf, persönliche Konsequenzen zu ziehen. Wir sind der Meinung, dass keine dieser Personen in ihrer derzeitigen Position verbleiben kann. Wir halten es für geboten, dass sie auf alle Ämter, Funktionen und Ehrentitel, die sie aktuell innehaben, ebenso verzichten wie auf alle damit verbundenen Einkünfte. Dabei sollte es sich um eine tatsächliche Verantwortungsübernahme handeln und nicht um eine scheinheilige Verantwortungsdelegation, wie sie aus früheren Rücktrittsangeboten, die dann am Ende nicht angenommen wurden, in kaum erträglicher Erinnerung ist.
Nicht nur im Erzbistum München und Freising, sondern überall leugnen immer noch Verantwortungsträger ihre Mitschuld an den Missbrauchstaten. Immer noch versuchen sie, die Institution Kirche zu schützen und ihre eigene Position zu retten und halten so an der Unmenschlichkeit des Systems der Amtskirche fest.
Wir von Maria 2.0 sind daher der festen Überzeugung, dass personelle Konsequenzen allein nicht genügen. Würden lediglich Personen ausgetauscht, bliebe das System dasselbe und würde sogar noch bestätigt. Nachdem von den Gutachter*innen festgestellt wurde, dass die systemischen Ursachen von Missbrauch in all ihren Formen längst bekannt sind, bislang aber nicht beseitigt wurden, verlangen wir eine sofortige Reform der patriarchalen, undemokratischen und intransparenten kirchlichen Machtstrukturen.
23. Januar 2022\Maria 2.0 Deutschland
Pressemitteilung
Katholische Frauen fordern den Beitritt des Heiligen Stuhls zum Europarat
Rom, Vaduz, München, Mailand, Köln, Lyon, London, Zagreb, Madrid, Barcelona, Innsbruck, Dublin, Luzern- 10.12.2021
In einer gemeinsamen Erklärung fordern einflussreiche katholische Frauenrechtsorganisationen den Heiligen Stuhl auf, dem Europarat beizutreten und die Europäische Menschenrechtskonvention zu unterzeichnen. Anlass ist der Internationale Tag der Menschenrechte, der am 10.12.2021 begangen wird. Zu den Unterzeichnerinnen gehören Ordensfrauen für Menschenwürde (Deutschland), Donne per la Chiesa (Italien), Maria 2.0 (Deutschland), Voices of Faith (Rom/Liechtenstein), Comité de la Jupe (Frankreich), Catholic Women Speak (Vereinigtes Königreich), In Bona Fide (Kroatien) la Revuelta de Mujeres (Spanien), Alcem La Veu (Spanien), We are Church (Irland), Wir sind Kirche (Österreich), SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund (Schweiz): "Jahrelang hat der Heilige Stuhl wie ein eigener Staat gehandelt. Daraus ergeben sich Rechte, aber auch Pflichten", so die Unterzeichnerinnen. Sie kritisieren, dass der Vatikan nach außen Menschenrechte anmahne, diese aber im Inneren nicht verwirkliche.
Anlass ist zudem ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 12.10.2021. In diesem Urteil erinnert der EGMR daran, dass der Heilige Stuhl bereits Verträge mit Drittstaaten und auch internationale Abkommen abgeschlossen hat. Der Gerichtshof schließt daraus, dass der Heilige Stuhl staatsähnliche Eigenschaften aufweist. Mit anderen Worten qualifiziert er den Heiligen Stuhl im Prinzip als einen eigenen Staat.
Dies überrascht nicht, tritt der Heilige Stuhl doch gegenüber Staaten und auch zum Beispiel bei den Vereinten Nationen wie ein eigener Staat auf.
Genau an diesem Punkt haken die katholischen Frauen nach: „Wenn der Heilige Stuhl als Staat auftritt, warum ist er dann nicht Mitglied des Europarats?“
Der Europarat ist die älteste internationale Organisation in Europa und gilt als das demokratische Gewissen Europas. Der Rat ist Verfechter der Menschenrechte und zählt bisher 47 Mitgliedsländer. Der Heilige Stuhl ist seit langem Beobachter beim Europarat und hat verschiedene Abkommen des Europarats ratifiziert.
Die katholischen Frauen, die diesen Vorschlag unterzeichnet haben, stellen fest: "Wie wir alle wissen, ist die europäische Familie im Europarat noch nicht vollständig. Ein baldiger Beitritt Weißrusslands kann vorerst ausgeschlossen werden. Das Urteil des EGMR, in dem der staatsähnliche Status des Heiligen Stuhls anerkannt wird, öffnet dem Heiligen Stuhl jedoch eine Tür. Ein Beitritt des Heiligen Stuhls zum Europarat wäre ein weiterer Schritt dazu, dass der Europarat die ganze europäische Familie vereint. Als katholische Frauen fordern wir die volle Anerkennung und Umsetzung der Menschenrechte in unseren eigenen religiösen Institutionen wie auch in der Gesellschaft insgesamt. Unser katholischer Glaube kann nicht losgelöst von unserem Engagement für die Menschenrechte betrachtet werden!
Deshalb plädieren wir für den baldigen Beitritt des Heiligen Stuhls zum Europarat!"
OFFENER BRIEF an die Diozösanbischöfe zur WELTSYNODE
Maria 2.0: Teilhabe ja – Entscheidung nein! Entwickelt sich die Weltsynode letztlich zu einer Inhouseveranstaltung?
Das römische Papier macht ein Angebot
Papst Franziskus hat die ganze Kirche eingeladen, sich Gedanken zu machen, zuzuhören, das Wort zu ergreifen, teilzuhaben, gemeinsam zu gehen – und dabei für Überraschungen offenzubleiben.
Alle - „in erster Linie“[1] die Getauften, sowie jede*r „ganz gleich welchen Glaubens“ sollen Gelegenheit haben, „das Wort zu ergreifen und angehört zu werden, um zum Aufbau des Reiches Gottes beizutragen.“ Wir sollen uns „eine andere Zukunft für die Kirche und für ihre Institutionen vorstellen (…)“ mit dem Ziel, ein „gemeinsames Haus“ [die Kirche] neu aufzubauen für das dritte Jahrtausend. Sein Instrument ist eine Weltsynode.
Das ist für eine Institution mit ca. 1,3 Milliarden Mitgliedern ein ambitioniertes Vorhaben. Wie soll so etwas möglich sein? Dies kann nur für möglich halten, wer überzeugt ist, dass die Geistkraft im Volk Gottes wirkt und der Kirche den Weg für das 3. Jahrtausend zeigt!
Maria 2.0 ist zum Dialog offen und bereit
Maria 2.0 begrüßt die Idee von Papst Franziskus, das Volk Gottes ernst zu nehmen. Deshalb bringt sich Maria 2.0 gerne in diesen Prozess ein, indem sie als Graswurzelbewegung und durch Einzelne das Wort ergreift, um angehört zu werden.
Maria 2.0 sieht sich im Anliegen mit Papst Franziskus verbunden, das Evangelium glaubhaft und laut zu verkünden, zum Aufbau des Reiches Gottes beizutragen und die Zukunft in einer jesuanischen Kirche zu sehen. Das wird Einiges an Gewohntem und Besitzständen auf den Kopf stellen.
Maria 2.0 befürchtet eine weitere Zementierung des Klerikalismus
Für Maria 2.0 bleibt Papst Franziskus allerdings in einem ganz entscheidenden Punkt unklar: Wer ist die „Kirche Gottes“ für den „gemeinsamen Weg“? Er scheint damit nämlich doch nicht alle Gläubigen zu meinen. Vielmehr stehen hier dem „Volk Gottes“ (w, m, d) auf der einen Seite die Vorsteher (m), also die Hirten auf der anderen Seite gegenüber. Papst Franziskus kann hier nicht den Verdacht ausräumen, dass es eben doch „Christen erster Klasse“ gibt, die eben in der „Nachfolge im Bischofsamt das sichere Charisma der Wahrheit empfangen haben“, „mit innerer Einsicht, die aus geistlicher Erfahrung“ stammt, die alleine fähig sind, „durch geistliche Unterscheidung (…) herauszufinden, was der Geist der Kirche sagt“.
Maria 2.0 fordert, dass die nicht Geweihten im Volk Gottes nicht länger strukturell bedingt als Christ*innen zweiter Klasse behandelt werden. Maria 2.0 fordert eine Kirche ohne Herrschende und Beherrschte, ohne Christ*innen erster und zweiter Klasse. Maria 2.0 wendet sich gegen jede Form von Klerikalismus.
Maria 2.0 fordert Teilhabe und Entscheidung
Eine Beteiligung der Laien lediglich als Impulsgeber*innen und nur während der ersten Phase der Weltsynode ist völlig unzureichend. Eine Beteiligung von Frauen in dem zwei Jahre dauernden Prozess ist von Papst Franziskus nicht einmal angedacht, höchstens in Form einzelner, willkürlich berufener Beraterinnen. Maria 2.0 sieht hier – wiederum – eine systemische Diskriminierung von Frauen.
Für Maria 2.0 darf die Entscheidungsgewalt nicht uneingeschränkt, intransparent und unkontrolliert bei den Bischöfen liegen. Umso mehr, als unter denjenigen Bischöfen, die dem Mangel an Glauben und Korruption im Innern der Kirche entgegenwirken sollen, eben auch diejenigen sind, die Machtmissbrauch, sexuellen Missbrauch, geistlichen Missbrauch u.a. mitzuverantworten haben.
Maria 2.0 fordert, dass die Laien – Frauen und Männer – nicht nur am Suchprozess teilhaben, sondern auch alle in die gemeinsamen Entscheidungen einbezogen werden. Denn: Der Glaubenssinn des Volkes Gottes muss als kostbare Quelle für den Erneuerungsprozess der Kirche fruchtbar gemacht werden.
Maria 2.0 fordert die Bischöfe und den Papst auf, ihre Macht und ihre Möglichkeiten zu nutzen, um die Mitsprache und das Stimmrecht bei der Bischofssynode auf Laien – insbesondere auch auf Frauen – auszuweiten. Teilhabe und Entscheidung gehören für Maria 2.0 unabdingbar zusammen.
Maria 2.0 fordert einen in allen Bistümern gleichwertigen und ernsthaften Prozess der Konsultation der Gläubigen
Konsultationen, die in einem Bistum im November 2021, in dem anderen im März 2022 enden und in anderen Bistümern gar nicht durchgeführt werden, ermöglichen kein Hören auf den Glaubenssinn des Volkes Gottes - und sind letztlich keine Konsultation! Die Weltsynode kommt so von Anfang an auf eine falsche Spur.
· Maria 2.0 fordert daher die deutschen Bischöfe auf, die erste Phase des synodalen Weltprozesses ernst zu nehmen und die Konsultationsphase in allen Bistümern deutlich zu verlängern. Immerhin ist diese Phase mittlerweile von Papst Franziskus bis zum 15. August 2022 verlängert worden.
· Maria 2.0 fordert die deutschen Bischöfe auf, allen Getauften und Interessierten die Möglichkeit zu geben, das Wort zu ergreifen und angehört zu werden. In allen deutschen Bistümern soll ein ernsthafter und gleichwertiger Prozess der Konsultation des Volkes Gottes erfolgen.
· Maria 2.0 fordert die deutschen Bischöfe auf, sich in Rom dafür einzusetzen, dass bei der weltweiten Synode Lai*innen (m,w,d) während aller Phasen der Weltsynode an der Zukunftsfindung beteiligt werden und an Entscheidungen mitwirken.
· Maria 2.0 fordert die deutschen Bischöfe auf, über die Phasen 2 & 3 (Zusammenfassung der Rückmeldungen vom jeweiligen Bischof für sein Bistum auf 10 Seiten; anschließende Zusammenfassung der Deutschen Bischofskonferenz auf ein 10seitiges Gesamtdokument für die deutsche katholische Kirche) transparent zu informieren - auch darüber, wie die einzelnen Stellungnahmen inhaltlich berücksichtigt wurden. Das Volk Gottes darf nicht ausgeschlossen werden. Ergänzend zu den Freitextantworten wäre eine weltweite, geheime und gleichberechtigte Abstimmung Aller zu den wohlbekannten Schmerzpunkten als „Stimmungsbarometer“ mehr als nur wünschenswert.
Maria 2.0 bringt sich in die Konsultation ein und antwortet auf einige der 10 Themenfelder
1. Wir sind gemeinsam auf dem Weg mit gleicher Würde und gleichen Rechten als Menschen, die eine bessere Welt für möglich halten.
Gleiche Würde - gleiche Rechte gelten insbesondere für die, die gesellschaftlich ins Abseits gestellt werden und die im Wertekanon der Kirche nicht „den Normen“ entsprechen: Menschen aus prekären Lebensverhältnissen oder Familiensituationen mit Brüchen; Menschen, die als „anders“ gelten – beispielsweise aufgrund ihrer Bildung, Hautfarbe oder sexuellen Orientierung; Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Behinderung nicht auf Augenhöhe stehen; und immer noch Frauen, die wirkliche Gleichberechtigung einfordern.
2. Aktives Zuhören und Dialog sind in unserer Kirche nicht geübte Fähigkeiten, vielleicht auch nicht gewollte. Noch immer gilt: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Beispiele dafür sind die göttliche Berufung von Frauen zum Priesteramt und eine auf Selbstbestimmung und Würde ausgerichtete kirchliche Sexualmoral.
Zuhören und Dialog werden (nicht nur, aber auch) von kirchlichen Amtsträgern allzu häufig als schlichte „Ohrgymnastik“ verstanden, bei der das Gesagte weder Kopf noch Herz erreicht. Aktives Zuhören sucht hingegen zu verstehen, was der*die andere wirklich meint, wieso er*sie so denkt und empfindet. Gelingender Dialog ist geprägt von echter Wertschätzung unter Gleichen und führt dazu, voneinander zu lernen und Neues zu schaffen.
3. Maria 2.0 fällt es nicht schwer, das Wort zu ergreifen und für die Botschaft Jesu, christliche Werte und den persönlichen Glauben einzustehen und Verantwortung zu übernehmen mit dem Ansprechen von Problemen, die doch eigentlich auf dem Tisch liegen. Maria 2.0 löst den eigenen Anspruch ein, als Schweigensbrecher*innen, Denker*innen und Expert*innen ambivalenten Fragen von Kirche und Lehre Stimme zu geben. Das sind: Rückwärtsgewandtheit (Diskriminierung von Frauen), Verharren (Ignorieren wissenschaftlicher Erkenntnisse im Bereich der Sexualmoral), Vertuschen (von Missbrauchsfällen zugunsten der klerikalen Seilschaften und Machtstrukturen), Um-sich-selbst Kreisen (statt die, die missbraucht und kleingemacht wurden, in die Mitte zu holen). Maria 2.0 versteht sich als Anwältin für Frauen und Männer, die mutlos geworden sind und die Kirche bereits verlassen haben. Maria 2.0 erhebt die Stimme auch für eigene Töchter und Söhne und nachwachsende Generationen, die unserer Kirche verlorengehen.
4. Feiern und Beten an allen Orten sind für Maria 2.0 selbstverständlich und konstitutiv. Gleichzeitig schmerzt die Engführung, dass nur ein männlicher, zölibatärer Priester der Eucharistie vorstehen kann, dass Berufungen von Frauen und Verheirateten ignoriert werden. Das Priester*innenbild in der katholischen Kirche gehört auf den Prüfstand: Zölibat gehört so wenig zum Wesen des Priesteramts wie die Koppelung an ein Geschlecht.
5. Das jeweilige Menschenbild prägt das Gottesbild. (nach Karl Rahner) Das Gleiche gilt für das Sprechen über Gott in Liturgie und kirchlichem Beten. Ein männlich geprägtes Gottesbild wird Gott nicht gerecht.
6. Die Sendung der Geweihten wird in der katholischen Kirche immer über die der Laien gestellt. Das spezielle Priestertum erhält einen Sonderstatus, der den Boden für Klerikalismus bereitet und für Machtmissbrauch jeglicher Art ebnet.
Maria 2.0 fordert einzulösen, dass alle durch die eine Taufe zum allgemeinen Priestertum berufen sind, gleichberechtigt Anteil haben und Verantwortung tragen für die Sendung in Kirche und in Gesellschaft. Daraus folgen Demokratisierung, Machtkontrolle und -begrenzung und Gewaltenteilung in den Strukturen der Kirche. Darüber hinaus erwartet Maria 2.0 vom Vatikan endlich die Anerkennung der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen.
Die Überzeugung von Maria 2.0 ist, dass jedes Kind, jede Frau, jeder Mann, jeder Mensch etwas mitzuteilen hat und würdig ist, in der Kirche von Heute und Morgen gehört zu werden. Gelingender Dialog soll dabei begleitet sein von der Freude um das „Mehr“ im Gegenüber und nicht von der Erschöpfung im Kampf seiner*ihrer Abwehr.
Die Kirche des dritten Jahrtausends kann für Maria 2.0 nur eine Kirche sein, die die Botschaft Jesu vom beginnenden Reich Gottes verkündet und lebt, in dem es „nicht jüdisch noch griechisch“, „nicht versklavt noch frei“, „nicht männlich und weiblich“ gibt, weil alle „einzig-einig im Messias Jesus“[2] sind.
Maria 2.0 fordert Transparenz
Maria 2.0 erfüllt, wozu die Weltsynode einlädt: Die Bewegung erhebt das Wort und will angehört werden. Maria 2.0 handelt in Verantwortung für alle, die Hoffnung und Mut und Vertrauen verloren haben.
Maria 2.0 ist an einem echten Dialog interessiert und will diesen führen. Dazu gehört auch eine Rückmeldung, dass und wie Stellungnahmen gehört wurden, sowie eine Offenlegung der Dokumente aller Bistümer. Diese Transparenz fordert Maria 2.0 für alle Phasen der Weltsynode für sich und für alle, die sich – einzeln oder gemeinschaftlich – an der Weltsynode beteiligen.
Wenn Hören und Voneinander-Lernen sich in Freude begegnen, wenn Dialog die Herzen und Arme weit öffnet, dann finden Ängstliche und Mutige Raum für Traditionen und Visionen, aktuelle Bedürfnisse und Zukunft.
Deutschland, 08.12.2021
Maria 2.0
[1] Alle Zitate (dieses und die folgenden) wurden dem Text des Vorbereitungsdokuments „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung“ (DOCUMENTO-PREPARATORIO-TEDESCO) und dem Vademecum für die Synode der Synodalität entnommen.
[2] Siehe: Gal 3, 28; Übersetzung: Bibel in gerechter Sprache
Einspielfilm über Maria 2.0 Hamburg für die Sendung "DAS Rote Sofa" mit Carolin Kebekus am 30. 11. 2021 im NDR
https://www.ardmediathek.de/video/das/maria-2-0-gegen-verkrustete-machtstrukturen-in-der-kirche/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9lZWMxOGRiYy1jZGMxLTQ3N2ItYjQ3OS0zZThiOTlhY2Y0MmQ/
Hamburger Abendblatt
vom 6. 11. 2021
"Die GELBE KARTE für den Papst"
von Maria 2.0 Essen
Obiges Bild:
Motiv zur Maria 2.0 - Postkartenaktion im Skizzenbuch
der Künstlerin und Illustratorin Tanja Graumann, Altena
Gleichberechtigung ist kein "Zeitgeist"
Die 7 Thesen, die am 21. Februar 2021 bundesweit an mehr als 1000 Kirchen angeschlagen wurden, finden sich unter folgendem Link: https://thesen-maria-2-0.jimdosite.com/
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Maria 2.0 - Der Song
Wir sind zusammen stark, wir sind zusammen laut!
Nicht der Zugang von Frauen zu den kirchlichen Diensten und Ämtern ist begründungspflichtig, sondern deren Ausschluss.
(Osnabrücker Thesen)
Unsere Kirche
Papst Franziskus schrieb in "Evangelii Gaudium"